| Emittent |
Kurfüstentum Sachsen (Ernestiner)
(Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation) |
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| Kurfürst |
Johann Friedrich I. (Johann Friedrich I) (1532-1547)
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| Typ | Umlaufgedenkmünze |
| Jahre | 1542-1547 |
| Wert | 3 Taler |
| Währung | Taler (1485-1573) |
| Material | Silber |
| Gewicht | 87,55 g |
| Durchmesser | 46 mm |
| Form | Rund |
| Ausrichtung | Kehrprägung ↑↑ |
| Außer Kurs gesetzt | Ja |
| Nummer | N# 545206 |
1528 Die Pest
Gekreuzigter Christus mit Dornenkrone und einem Tuch um die Taille; links und rechts von ihm elf kniende und betende Männer.
Schrift: Latein
Beschriftung:
GLEIC*WI*DI*SLANG*SO*MVS*DES* *MESNSEN*SON*ERHOET*WERDEN*
*AVF*D3 - AL DI*AN*IN*GLAV BEN*HABN*D3*EB - IC*LEB
*IOAN - NES*3*
Schlange Nehushtan am Kreuz; links und rechts davon zwölf kniende und betende Männer; darunter vier sterbende Männer, die von fünf feurigen fliegenden Schlangen vergiftet werden.
Schrift: Latein
Beschriftung:
*DER*HER*SPRAC*3V*MOSE*MAC*DIR*EIN*ERNE*SLANG*VND*RICT*SI*3VM
*3EIGEN*AVF*WER*GEPISN*IST*VND*SICT*SI*AN*DER*SOL*LE
NVM - RI*ZI
Diese legendären so genannten "Pesttaler" wurden während der Reformation als kühner Ausdruck eines neuen Geldverständnisses geprägt. Anders als herkömmliche Münzen tragen sie keine Herrscherporträts, schon gar nicht von katholischen Kaisern oder deren Titeln. Stattdessen ist der gesamte Raum biblischen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament gewidmet.
Die Vorderseite zeigt die Kreuzigung, begleitet von einem Verweis auf Johannes 3,14-16. In dieser Passage wird eine auffällige Parallele zwischen der Schlange Nehustan, die Mose in der Wüste erweckte, und dem Sohn Gottes am Kreuz gezogen - beide bieten denen, die sie im Glauben betrachten, das Heil.
Die Rückseite stellt Nehustan (hebräisch: "Schlange" oder "Messing") in den Mittelpunkt und illustriert damit den Bericht aus Numeri 21,6-9. In dieser dramatischen Szene werden die Israeliten, die von ihrem Glauben abgewichen sind, von Gott mit feurigen fliegenden Schlangen bestraft. Um sein Volk zu retten, lässt Moses den Nehustan errichten, der allen, die ihn ansehen, Schutz gewährt.
Ursprünglich als Handelsmünzen gedacht, erlangten diese Stücke aufgrund ihrer zutiefst religiösen Symbolik bald den Ruf ihrer angeblichen Schutzkräfte. Dieser Glaube führte dazu, dass sie weithin als Amulette verwendet wurden, was ihnen den Namen "Pesttaler" einbrachte. Die Menschen trugen sie als Glücksbringer, weil sie glaubten, sie würden Unglück abwehren - auch die gefürchtete Pest selbst. Aufgrund ihrer Funktion als schützende Talismane weisen die meisten erhaltenen Exemplare Spuren von Abnutzung, Beschlägen oder Durchbohrungen zur Aufhängung auf. Unberührte Exemplare, die keine derartigen Veränderungen aufweisen, sind äußerst selten. Darüber hinaus sind spätere Gusskopien üblich, während gut erhaltene Originalprägungen - wie unser Stück - zu den echten Raritäten der sächsischen Numismatikgeschichte gehören und einen Einblick in eine zutiefst religiöse Epoche bieten.
Die genaue Herkunft dieser Münzen bleibt ungewiss. Wahrscheinlich wurden sie zuerst in Joachimsthal (Jáchymov) geprägt, aber in den 1540er Jahren wurde die Produktion auf Münzstätten in Hameln (Hamelin) und Hannover (Hannover) ausgeweitet.
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| Jahr | sg | s | ss | vz | f. unz | unz | |||||||||
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| Unbestimmt | |||||||||||||||
| k. A. (1542-1547) | |||||||||||||||
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