Dr. Busso Peus (1902-1983) war ein deutscher Numismatiker, der eines der wichtigsten Münzhandelshäuser des Landes durch die politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts führte und durch seine Auktionskataloge ein bleibendes wissenschaftliches Vermächtnis hinterließ.
Peus trat 1927 in das Frankfurter Auktionshaus Adolph Hess Nachfolger ein, um die Abteilung für mittelalterliche und moderne deutsche Münzen zu leiten. Als die antijüdische Gesetzgebung 1933 eine Umstrukturierung des Unternehmens erzwang, wurde die verbliebene Abteilung für deutsche Münzen auf Peus und den Hauptbuchhalter Paul Rothenbächer übertragen. Unter ihrer Leitung wurde das Unternehmen in der Mainzer Landstraße 49 weitergeführt, bis 1940 neue Vorschriften, die jüdische Nachnamen in Firmenbezeichnungen verboten, eine Umbenennung in Dr. Busso Peus & Co. und einen Umzug in die Schubertstraße 1 erforderlich machten.
Der Betrieb wurde 1943 vorübergehend eingestellt, nachdem beide Partner zum Militärdienst eingezogen worden waren; Rothenbächer überlebte den Krieg nicht. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft und der Währungsreform von 1948 führte Peus die Firma um 1950 im Alleingang wieder ein und betrieb sie ab 1956 von seinem Wohnhaus in der Neuhaußstraße 13 aus. In den 1950er und 1960er Jahren hielt er das hohe wissenschaftliche Niveau der Vorkriegszeit aufrecht und gab akribisch recherchierte Kataloge heraus, die noch heute als Nachschlagewerke dienen, vor allem für die Sammlungen Lejeune und Noss.
Peus ging 1967 in den Ruhestand und verkaufte das Unternehmen an die jungen Numismatiker Dieter Raab und Peter N. Schulten. In Anerkennung seiner Verdienste firmiert das Unternehmen seither unter dem Namen Dr. Busso Peus Nachfolger. Seine Karriere umfasst somit die Umwandlung eines regionalen Auktionshauses in eine Institution von internationalem Ruf, und seine Kataloge sind ein Beispiel für die Integration von strenger Wissenschaft mit dem kommerziellen Kunstmarkt.
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